Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen

RSSPrint
Herzlich willkommen

Unabhängig von Glaube, Religion und/oder Weltanschauung und selbstverständlich unabhängig von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Wir laden ein zum Gespräch und zu den Veranstaltungen zum Thema Homosexualität und zu Themen queerer Lebensgestaltung.

Der Gesprächskreis begann seine Arbeit am 13. April 1982. Seitdem ermöglicht er Begegnung und Gespräch, setzt Impulse zur Integration und Gleichstellung homosexuell empfindender Menschen in Kirche und Gesellschaft. Der Gesprächskreis kämpft gegen Homophobie und Transphobie. Er befördert wissenschaftliche und kulturelle Auseinandersetzung zu Fragen menschlicher Sexualität und Geschlechtsidentität.

Wir treffen uns

• an jedem 2. Dienstag im Monat
• ab 18:30 Uhr Gesprächsmöglichkeit bei Tee, Kaffee, Keksen und Schmalzstullen
• um 19:30 Uhr Beginn des Themenabends (etwa 90 Minuten)
• hier im Gemeindesaal der Advent-Kirche, Eingang Danziger Straße 203 zwischen Kniprodestraße und Landsberger Allee

Wir werden 38 Jahre alt!

Unser Gesprächskreis wird im Jahr 2020 Jahr 38 Jahre alt.
Wir möchten uns mit euch über unsere Zukunft unterhalten und planen:
• Welche Themen möchten wir behandeln?
• Wer kann, wer möchte einen Abend gestalten?
• Wer hilft bei der Organisation, Vor- und Nachbereitung (Tische, Stühle, Geschirr, Aufräumen usw.)?
• Nachwuchs für den Kreis wird dringend gesucht!

 

Und wer wissen möchte wie es bisher war kann dies in unser Chronik der Jahre 1982 bis 2019 nachlesen.

 

9. März 2020 - 19:30 Uhr
Pfarrer Friedrich H. Klein (1905—1945) und der Umgang der Kirche mit dem § 175.

Vortrag von Holger Schnell in Zusammenarbeit mit der Erinnerungskultur der EKBO (www.erinnerungskultur-ekbo.de)

1942 wurde der seit 1935 an der Immanuelkirche diensthabende Pfarrer Friedrich H. Klein vom Reichskriegsgericht wegen Verführung eines 19-Jährigen zu „widernatürlicher Unzucht“ zu drei Jahren Gefängnis verurteilt und aus dem kirchlichen Dienst entfernt. Sein Schicksal ist ungeklärt, rehabilitiert ist er bis heute nicht.

Mitwirkende
Holger Schnell, Marion Gardei (EKBO-Erinnerungskultur)

Ort:
Immanuel: Gemeindehaus, großer Saal, Immanuelkirchstraße 1a, 10405 Berlin, Deutschland

10. März 2020
Markus Pieper »Schwule in der Volksrepublik Polen und in der DDR«

Auch wenn die DDR und die Volksrepublik Polen zwei eng verbündete sozialistische „Bruderländer“ mit ähnlichen Gesellschaftsordnungen waren, unterschied sich die Lebenswelt schwuler Männer in beiden Staaten doch fundamental. Während das polnische Strafrecht Homosexualität mit keinem Wort erwähnte, wurden in der DDR bis 1989 diskri-minierende Strafrechtsvorschriften der Vorkriegszeit fortgeführt. Trotz der Legalität der Homosexualität in Polen wurden schwule Männer hier immer wieder Opfer von landesweiten Razzien, Verhaftungen und Erpressungen durch Miliz und Staatssicherheit. Eine Selbstorganisation von Lesben und Schwulen wie in der DDR – zumal unter dem Dach der Kirche! – war in Volkspolen undenkbar. Welche Gründe hierfür ausschlaggebend waren und wie sich die Entwicklung in beiden Ländern darstellte, soll Thema des Vortrages und der Diskussion sein.

14. April 2020
Vojin Saša Vukadinović: »Freiheit ist keine Metapher: Antisemitismus, Migration, Rassismus, Religionskritik«

Die Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen hat einmal bemerkt, dass vermutlich jede Bewegung irgendwann ihre eigene Karikatur hervorbringt. Der Genderfeminismus, der Antirassismus und der Queerfeminismus sind ebendies: Karikaturen geschlechter-, migrations- und sexualpolitischer Emanzipationsregungen. Der Sammelband nimmt diesen pessimistischen Befund zum Ausgangspunkt, um über den Verrat an der Mündigkeit nachzudenken, der sich in den letzten zehn Jahren besonders in den vorgenannten Bereichen kenntlich gemacht hat.

9. Mai 2020
Kranzniederlegung aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus

Seit 1987 ehren wir alljährlich die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen.

Am 9. Mai 2020 um 14:00 Uhr werden wir  unsere traditionelle Kranzniederlegung im Gedenken an die homosexuellen Opfer durchführen. Vorher wollen wir um 12:00 Uhr die Stolpersteine in Oranienburg die Stolpersteine für Ernst Homuth, Julius-Leber-Straße 26 und anschließend für Walter Schneider in der Kanalstraße 27 reinigen und an ihr Schicksal erinnern. Beide wurden Opfer der der Mordaktion im Juli 1942
im Klinkerwerk Oranienburg. 

Wir suchen noch Unterstützer für die Planung, Vorbereitung und Durchführung der Gedenkveranstaltung. Am Dienstag, den 17. März 2020 um 18:00 Uhr treffen wir uns im Gemeindesaal um diese Kranzniederlegung vorzubereiten. Gleichzeitig wollen wir eine Kranzniederlegung im Männerlager des KZ Ravensbrück vorbereiten. 

E-Mail an lothar.doenitz(at)advent-zachaeus.de

(Update folgt!)

12. Mai 2020
Götz Wienold: Ein Weg dahin, zu sagen: „Ich bin homosexuell“

Götz Wienold (Tokio) liest aus seinem autobiographischen Essay »Der Junge mit dem dunklen Teint: Fünfmal „Ich bin homosexuell 1947-1969«
(Jahrbuch Sexualitaeten 3, 2018). Wie einer unter dem doppelten Druck einer strengen katholischen Erziehung und der Drohung der Kriminalität.

9. Juni 2020
Georg Härpfer »Der lange Weg zur Rehabilitierung«

Zum Nachwirken des Paragraphen 175 StGB bis in die Gegenwart.

Am 22.6.2017 beschloss der Deutsche Bundestag das Gesetz zur strafrechtlichen Rehabilitierung der nach dem 8.5.1945 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilten Personen (StrRehaHomG). Diesem Beschluss ging ein langer Kampf um die Aufhebung der menschenrechtswidrigen, in der BRD und der DDR ergangenen Urteile voraus, die zwischen 1945 und 1994 zehntausende Menschen aufgrund ihres gleichgeschlechtlichen Begehrens kriminalisierten. Der Beitrag skizziert die Geschichte des Paragraphen 175-StGB, schildert die Auseinandersetzungen um die Rehabilitierung der Verurteilten und behandelt die dringendsten Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Gesetzes von 2017.

14. Juli 2020
Ulrike Heider »Der Schwule und der Spießer«

Als links engagierte Studentin und Hausbesetzerin war Ulrike Heider mit ein paar zornigen jungen Männern befreundet, die 1971 in Frankfurt am Main die Politgruppe RotZSchwul (Rote Zelle Schwul) gründeten. Die beginnende Schwulenbewegung erschien Heider wie eine zweite 68er-Revolte. Provokation, sexueller Hedonismus und spielerische Aktionsformen knüpften ebenso an den Antiautoritarismus von 1968 an wie an die radikale Kritik an der Gesellschaft, von deren undemokratischen Strukturen bis hin zu Ehe, Familie und schwuler Subkultur.

Roter Faden der Erzählung ist das provokative Leben, das politische und künstlerische Wirken des 1992 an Aids verstorbenen Lyrikers Albert Lörken.

Programmänderungen vorbehalten!

Letzte Änderung am: 24.02.2020