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RSSPrint
Herzlich willkommen

Unabhängig von Glaube, Religion und/oder Weltanschauung und selbstverständlich unabhängig von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Wir laden ein zum Gespräch und zu den Veranstaltungen zum Thema Homosexualität und zu Themen queerer Lebensgestaltung.

Der Gesprächskreis begann seine Arbeit am 13. April 1982. Seitdem ermöglicht er Begegnung und Gespräch, setzt Impulse zur Integration und Gleichstellung homosexuell empfindender Menschen in Kirche und Gesellschaft. Der Gesprächskreis kämpft gegen Homophobie und Transphobie. Er befördert wissenschaftliche und kulturelle Auseinandersetzung zu Fragen menschlicher Sexualität und Geschlechtsidentität.

Wir treffen uns

• an jedem 2. Dienstag im Monat
• ab 18:30 Uhr Gesprächsmöglichkeit bei Tee, Kaffee, Keksen und Schmalzstullen
• um 19:30 Uhr Beginn des Themenabends (etwa 90 Minuten)
• hier im Gemeindesaal der Advent-Kirche, Eingang Danziger Straße 203 zwischen Kniprodestraße und Landsberger Allee

11. Mai 2019 - ab 12:00 Uhr
Gedenken und Stolpersteine und anschl. »Kranzniederlegung im Gedenken an die homosexuellen Opfer – Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Seit 1989 laden wir aus Anlass des »Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus « (8. Mai 1945) zum Gedenken an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus ein. In diesem Jahr werden wir an bisher unbekannte Namen und Biografien der Opfer aus Sachsenhausen, Ravensbrück und den Euthanasieanstalten Bernburg und Pirna-Sonnenstein erinnern.Gedenken und Reinigen der Stolpersteine für die Opfer der Mordaktion Klinkerwerk:

12:00 Uhr: Gedenken und Reinigen der Stolpersteine für die Opfer der Mordaktion Klinkerwerk:

Ernst Homuth † 17.07.1942 AL Klinker, 
▶ 16515 Oranienburg, Am Wolfsbusch 21 

im Anschluss: Walter Schneider † 10.07.1942 AL Klinker
▶ 16515 Oranienburg, Kanalstraße 27 

14:00 Uhr: Kranzniederlegung und Gedenken an der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
mit Ansprachen von Frau Dr. Astrid Ley (Direktorin der Gedenkstätte Sachsenhausen), Volker Gasser & Lothar Dönitz (beide Gesprächskreis)

Ort: Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus auf dem Zellenbaugelände

14. Mai 2019
Götz Wienold

Der Autor Götz Wienold aus Tokio ist wieder in Berlin und ist bei uns zu Gast. Er wird uns »Manona« Roman einer Homophobie vorstellen.

Manona erzählt im Vergrößerungsglas, wie Fiktion es erlaubt, Erlebnisse eines Schwulen unter dem Druck der Heteronormativität: Was erzählt wird, ist erfunden, das, was es fokussiert, war Wirklichkeit und mindestens manche ältere Schwule haben es wie in einem langen Alptraum erfahren: Du sollst nicht so leben, wie du dich erlebst..

Markus Piloty gerät 1974 urplötzlich vor eine Frau, die ihn bezichtigt, sie geschwängert und ihr die Ehe versprochen zu haben. Die ihm völlig Unbekannte, im siebten Monat schwanger, im sich füllenden Großraumwagen der Bahn. Sie stellt ihm nach, verfolgt ihn ins Mietshaus, in die Universität (er ist Privatdozent für Botanik), droht, ihn überall bloßzustellen. Falsche Zeugen, Druck aus dem Berufsleben zwingen ihn in die Ehe. Durch einen Trick kann er sich schließlich befreien. 17 Jahre später aber fällt er in die Fänge Manonas, einer homophoben Frau. Sie will den schwulen Mann entweder besitzen oder sein Leben ruinieren und stellt ihm eine raffiniertere Falle als die erste. Erzählt aus der Perspektive des sozial eingesperrten Mannes: Lebt er in einem Wahn, oder erlebt er tatsächlich, was er erzählt?

Götz Wienold, geboren 1938, lebt in Tokyo, schreibt Theaterstücke, Romane, Erzählungen und Essays.

11. Juni 2019
Marco Giacopuzzi: Der "Schwulen-Paragraf" - Geschichte einer Verfolgung

Am 27. Mai 2019 zeigt die ARD um 23:30 Uhr den Dokumentarfilm Der "Schwulen-Paragraf" - Geschichte einer Verfolgung Film von Marco Giacopuzzi.
Hier ein Programmhinweis der ARD. Für den Inhalt ist der Sender verantwortlich!

Man nannte sie "die 175er". Verhaftet wurden diese Männer schon mal direkt beim Liebesspiel, nicht selten am Arbeitsplatz, oder die Polizei holte sie von zu Hause ab. Ein paar Stunden später saßen sie oft schon in Haft, die Kündigung vom Arbeitgeber ließ meist nicht lange auf sich warten. Ihr begangenes Verbrechen: einvernehmlicher Sex unter erwachsenen Männern. Damit verstießen sie gegen den Paragrafen 175. "Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts" begangen werde, sei mit Gefängnis zu bestrafen. So stand es zur Einführung des Paragrafen 1871 im Strafgesetzbuch des Deutschen Reiches. In dem Film berichten Betroffene in Ost und West von ihren Alltagserfahrungen. Erinnerungen von Zeitzeugen wie Juristen, Polizisten, Wohnungsvermittlern oder Arbeitgebern sollen ein Bild vermitteln, wie die mehrheitliche Gesellschaft damals auf Homosexuelle geblickt hat  und wie mühselig der  Weg zur Gleichbehandlung und zur gesellschaftlichen Aufklärung war.

Marco Giacopuzzi wurde für für seine herausragende Autorenleistung, sein Gespür für Themen und Protagonisten am 5. April 2019 Grimme-Preis "Spezial" ausgezeichnet und er wird voraussichtlich bei uns zu Gast sein.

9. Juli 2019
Vortrag und Dia-Show mit Karl-Heinz Steinle

Räume für Träume Treffpunkte und Freiräume für Lesben, Schwule und Trans*Personen

Obwohl 1945 bald nach Kriegsende – in den Großstädten der Bundesrepublik – Lokale für Lesben, Schwule und Trans*Personen öffneten, blieben ihre Lebenswelten bis weit in die 1970er Jahre hinein größtenteils auf geschützte oder private Räume beschränkt. Nur in Ausnahmefällen sind solche Räume der Forschung ein Begriff, und noch seltener existieren visuelle Zeugnisse dieser Orte. Es konnte sein, dass sie nur einige Monate oder wenige Jahre eine Anlaufstelle waren – die Adresse eines aufgeschlossenen Vereins, einer gut sortierten Buchhandlung, eines Jahrgangs im Schwesternwohnheim oder einer Privatwohnung als Treffpunkt stand und fiel zudem mit einzelnen Personen. Wie können also ganz konkrete Orte, Treffpunkte und andere Freiräume für den Zeitraum 1945 bis 1970 ausfindig gemacht  werden? Wo waren sie, wie sahen sie aus, wie machten sie auf sich aufmerksam, wie waren sie zugänglich, wer waren die Gäste, wer war für sie verantwortlich, wer hat sie etabliert und verteidigt? Im Vortrag wird diesen Fragen nachgegangen und einige Orte und Protagonist_innen vorgestellt.
Bild: Streichholzbriefchen Pub 13 in Tübingen, 1969

Zur Einstimmung und zum Weiterlesen:

  • Karl-Heinz Steinle und Kirsten Plötz: Menüpunkt Treffpunkte und Freiräume, in: www.lsbttiq-bw.de/lsbttiq-geschichte-in-baden-und-wuerttemberg-erforschen/treffpunkte-und-andere-freiraeume/ (Stuttgart 2017)
  • Karl-Heinz Steinle: Repressionen, Chez Nous, (Bei) Gerda Kelch, Robby-Bar, Kleist-Casino, Eldorado, in: Maneo (Hg:): Spurensuche im Regenbogenkiez. Historische Orte und schillernde Persönlichkeiten. Maneo-Kiezgeschichte, Band 2, Berlin 2018
  •  Karl-Heinz Steinle: Räume für Träume. Auf der Suche nach Treffpunkten und anderen Freiräumen für Lesben, Schwule und Trans*Personen in der frühen Bundesrepublik, in: Küppers/Marbach (Hg.): Orte der Begegnung. Orte des Widerstands, Hamburg 2018

 

Letzte Änderung am: 19.04.2019