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Geschichte

Die Gemeinden Advent und Zachäus blicken auf eine jeweils etwa 100-jährige Geschichte zurück. Am 1. Oktober 2004 haben sie sich zur Evangelischen Advent-Zachäus-Kirchengemeinde zusammengeschlossen.

Geschichte der Advent-Gemeinde

1906

Nach der am 15. September erfolgten Gründung aus Teilen der weiter stadteinwärts liegenden Auferstehungs- und St. Bartholomäuskirche trägt die selbstständige Gemeinde seit dem 1. April 1908 den Namen Advent. Nachbarn in der schnell wachsenden Umgebung sind die 14 Jahre zuvor gegründete Immanuelkirchgemeinde und die Gemeinde Immanuel II, aus der 1967 die Zachäus-Gemeinde hervorgeht.

1910

Nach 3-jähriger Entwurfsarbeit durch die Architekten August Dinklage und Ernst Paulus erfolgt die Grundsteinlegung für Kirche und Gemeindehaus in der Danziger Straße.

1911

Die aus rotem Backstein im neugotischen Stil errichtete Kirche wird am 26. Februar geweiht. Der gedrungene, rechteckige Hauptturm mit schiefergedecktem Pyramidenhelm erreicht eine Höhe von 50 Metern. Den Grundriss der Kirche bildet ein fast regelmäßiges Viereck. Darin eingepasst ist das Sechseck des Innenraumes, der an drei Seiten von Emporen umgeben wird. Insgesamt bietet die Kirche 900 Personen Platz.

1924

Ein neues Geläut aus drei Stahlgussglocken ruft die Gemeinde zum Gottesdienst. Unter ihnen befindet sich die heutige große Glocke, die dem Ton „f” mit ihren 1.343 Kilogramm Stahlguss weithin hörbares Gewicht verleiht. Die Glocken ersetzen ein 3-glöckiges Bronzegeläut, das ein Jahrzehnt zuvor im ersten Weltkrieg als Kriegsabgabe eingeschmolzen worden war.

1932

Der Altarraum wird mit einem Wandgemälde des Neubabelsberger Porträtmalers Fritz von Kamptz neu gestaltet.

1944 - 1945

Während der Fliegerangriffe am 22. März und am 7. Mai 1944 werden Gemeindehaus und große Teile der Kirche, darunter zwei Glocken, durch Sprengbomben zerstört.

Der erste Gottesdienst nach dem Krieg findet am 6. Mai 1945 auf der Orgelempore im Hauptturm statt.

1949 - 1952

Beim Wiederaufbau der Kirche werden unterhalb der Emporen ein Gemeindesaal und eine Kapelle eingerichtet, wodurch sich die Zahl der verfügbaren Plätze auf 500 reduziert. Altar und Kanzel werden unter weitestgehender Verwendung noch vorhandener Teile der ursprünglichen Marmorverkleidung wieder hergestellt. Einzig Taufstein und Altarkreuz bleiben im Original erhalten.

1951

Noch während der letzten Bauarbeiten findet am 3. Dezember (1. Advent) die Wiedereinweihung der Kirche statt.

1952

Die neue 2-manualige, elektropneumatische Orgel mit 35 Registern und 1.800 Pfeifen der bekannten Orgelbaufirma Sauer aus Frankfurt/Oder wird eingeweiht. Der Kauf wird durch eine Spende des Magistrats von Groß-Berlin in Höhe von 50.000 Mark ermöglicht.

1958

Das neue Altarbild, ein Glasmosaik von Lothar Mannewitz, wird fertig gestellt. Es zeigt Jesus Christus als König und Herrscher der Welten, dessen Ankunft – oder: Advent – von der Christenheit freudig erwartet wird. Mannewitz hat mit der Wahl seines Motivs aus der Offenbarung des Johannes dem Namen der Kirche vertiefenden Ausdruck verliehen. Neben Christus sind die sieben Leuchter, die Augen, das Buch mit den sieben Siegeln und die vier auf die Evangelisten Markus, Lukas, Johannes und Matthäus bezogenen Wesen leicht zu erkennen.

Im selben Jahr wird außerdem am Geläut gearbeitet. Neben der erhaltenen großen Glocke aus dem Jahre 1924 läuten nun zwei neue Stahlglocken mit den Tönen „as“ (760 kg) und „c“ (369 kg).

1967

Im Rahmen einer Umgestaltung des Altarraumes wird das Altarkreuz in den Vorraum der Kirche verbracht. Den Platz auf dem Altar nimmt ein neues Altarkreuz, eine Kupfer-Emaille-Arbeit von Paul Kleemann, ein.

1971

Zum 60. Kirchweihfest schenkt die Georgen-Parochial-Gemeinde in der Form von sechs Altarleuchtern eine weitere Kupfer-Emaille-Arbeit von Paul Kleemann.

1973

Durch die Einfügung einer Glaswand wird der Eingang zum Kirchenschiff neu gestaltet.

1976

Die Gewölbe im Gemeindesaal werden durch eine zeitgemäße, flache Gipsdecke ersetzt.

1981

Zum 70. Kirchweihfest wird mit der Taufschale noch eine Kupfer-Emaille-Arbeit Paul Kleemanns erworben. Die Anschaffung wird über Spenden finanziert.

1982 - 1983

Eine der aufwändigsten Arbeiten bei der Innenrenovierung des Kirchenschiffes ist die Eindeckung des Dachgebälks mit einer Holzdecke.

1999

Während umfangreicher Maler- und Renovierungsarbeiten im Innenraum wird neben einer Erneuerung der aus dem Jahre 1911 stammenden Niederdruck-Dampfheizung auch die aus der Nachkriegszeit stammende Orgel überholt. Die Orgelpfeifen werden von den Orgelbauspezialisten der Firma Sauer, Frankfurt/Oder, gesäubert und überarbeitet.

2003

Die Kapelle wird renoviert. Während der Arbeiten stößt man auf eine alte Säule sowie auf Reste von Deckenmalereien am Gewölbe, die daraufhin freigelegt werden.

2004

Im Rahmen einer Neugestaltung des Gemeindesaals werden durch eine Erhöhung der Decke die Fensterbögen wieder freigelegt. Der Entwurf stammt von der Architektin Ingrid Tacke.

Am 1. Oktober vereinigen sich die bisher eigenständigen Gemeinden Advent und Zachäus zur neuen Gemeinde Advent-Zachäus.

 

Geschichte der Zachäus-Gemeinde

1905

Der nördlich der S-Bahn gelegene Teil der Evangelischen Immanuel-Kirchengemeinde, kurz Immanuel II genannt, erhält einen eigenen Versammlungsraum in der Naugarder Str. 5.

1913

Im Erdgeschoss eines mehrstöckigen Eckhauses, das in griechischem Eigentum stand, wird durch die Immanuel-Gemeinde ein Gemeindezentrum angemietet. Es enthielt außer der Predigtstätte weitere Gemeinderäume, einen Kindergarten und eine Gemeindeschwesternstation und lag an der heutigen Rietzestraße 1/Hosemannstraße 5.

1945

Das Haus wird im Februar durch eine Luftmine getroffen und völlig zerstört. Der damalige Pfarrer Heinicke und viele Gemeindeglieder, die gerade an einer Passionsandacht teilnahmen, kommen dabei ums Leben.

1946

Auf dem Trümmergrundstück richtet sich die Gemeinde wieder einen Versammlungsraum ein. Ein ehemaliger Milchladen wird mit einem Notdach versehen und dient als Predigtstätte, und im Erdgeschoss des stehen gebliebenen Hinterhauses findet sich Raum für weitere Gemeindearbeit. Trotz der äußerlich primitiven Verhältnisse entwickelt sich bald ein reges Gemeindeleben. Die Räume werden im Laufe der Jahre immer besser ausgestattet, und die Gemeinde fühlt sich darin wohl.

1965

Die Hoffnung der Gemeinde, eines Tages ein Kirchengebäude auf eigenem Grund und Boden, den sie zwischen Ostsee-, Gubitz- und Hosemannstraße besaß, errichten zu können, wird endgültig zunichte gemacht. Dieses Gelände, auf dem ein geplanter Kirchbau durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges nicht realisiert werden konnte, wird durch Anwendung des Aufbaugesetzes der DDR ohne Ersatz durch ein anderes Grundstück vom Staat in Anspruch genommen.

1967

Nach intensivem Überlegen und langen Verhandlungen wird der bisherige Gemeindebereich Immanuel II von der Muttergemeinde abgetrennt und zu einer eigenständigen Gemeinde erklärt. Sie gibt sich den Namen Evangelische Zachäus-Kirchengemeinde. Das Gemeindeleben findet weiter in den gemieteten Räumen Rietzestraße 1/Hosemannstraße 5 statt.

1989

Alle Bemühungen um eine Rekonstruktion der im Laufe der Jahre immer stärker sanierungsbedürftigen Predigtstätte werden durch die friedliche Revolution hinfällig.

In der Nachwendezeit gibt es mehrere intensive Versuche, an anderer Stelle entweder ein neues Gemeindezentrum zu errichten oder für diesen Zweck geeignete Räume als Eigentum der Gemeinde zu erwerben. Alle diese Bemühungen bleiben ohne Erfolg.

1992

Die Gemeinde feiert mit großer Beteiligung ihr 25-jähriges Bestehen als eigenständige Evangelische Zachäus-Kirchengemeinde.

2000

Grundstück und Gebäude Rietzestraße 1/Hosemannstraße 5 waren inzwischen dem griechischen Eigentümer rückübertragen worden. Er bot diese zum Verkauf an. Die von der Zachäus-Gemeinde geführten Kaufverhandlungen bleiben ohne Erfolg. Die Liegenschaft wird anderweitig verkauft. Der Eigentümer plant den Abriss der alten Gebäude und den Neubau eines mehrstöckigen Wohnhauses. Die Gemeinde erhält im Juli die Kündigung und muss ihre Räume innerhalb von 14 Tagen verlassen.

Ein neuer Standort wird in einem frisch sanierten Haus ganz in der Nähe gefunden: Hosemannstraße 8. Die Gemeinde mietet dort einen Laden mit Nebenräumen an und richtet ihn für ihre Zwecke ein. Inzwischen ist die Zachäus-Ladenkirche ein guter Ort sowohl für Gottesdienste als auch für die Treffen der verschiedenen Gemeindegruppen geworden.

2002

Angesichts der inzwischen ins Auge gefassten Vereinigung mit der Evangelischen Advent-Kirchengemeinde feiert die Zachäus-Gemeinde – obwohl als Jubiläum eher unüblich – in ihrem neuen Domizil ihr 35-jähriges Bestehen und hält dabei noch einmal Rückblick auf ihre Gemeindegeschichte.

2004

Die Gemeinden Advent und Zachäus vereinigen sich zum 1. Oktober zur Evangelischen Advent-Zachäus-Kirchengemeinde. Die Ladenkirche in der Hosemannstraße 8 bleibt weiterhin als ein Gemeindezentrum der nun auch räumlich weiter ausgedehnten Gesamtgemeinde bestehen. Sie ist sowohl Versammlungsort für die Gemeinde als auch erkennbarer kirchlicher Bezugspunkt im Kiez.

2009

Nach 5-monatiger Bauphase erhält die Ladenkirche ein neues Gesicht. Am 17. Mai wird die Neugestaltung mit einem Gottesdienst gefeiert.

Durch das Heraustrennen nichttragender Wände und eine Ausrichtung des Altars in Richtung Osten ergeben sich sichtbare Veränderungen, die eine multifunktionale Nutzung dieses Standortes ermöglichen. Offene Fensterflächen und eine dezente Nachtbeleuchtung des Altars und des dahinter hängenden goldenen Wandbildes machen es offenkundig: Hier ist Kirche vor Ort - niedrigschwellig und einladend.

 

 

Letzte Änderung am: 14.05.2015